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Bilder & Geschichten

 

Zur Ahnenforschung gehört natürlich nicht nur das reine Sammeln von Geburts- und Sterbedaten. Hinter jeder Person verbirgt sich eine ganz individuelle Lebensgeschichte, sowohl mit schönen, als auch mit schlimmen Erfahrungen. Diese Lebensgeschichten sind es ebenfalls wert wieder entdeckt und erzählt zu werden.

Daher habe ich diese Rubrik " Bilder & Geschichten" erstellt in der alles Wissenswerte über meine Vorfahren festgehalten werden soll.

 

 

Nahe Verwandte 

 

 

Emil August Otto Reichel und Olga Wallerer

 

Emil August Otto Reichel am 04.08.1952

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Olga Wallerer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Emil August Otto Reichel und Olga Wallerer im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ludwig Georg Börchers und Johanna Katharina Fischer

 

Ludwig Georg Börchers am 23.12.1995

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ludwig Georg Börchers und Johanna Katharina Fischer im Stammbaum finden.

Johanna Katharina Fischer um 1932

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Otto Robert Eduard Oscar Reichel und Martha Henriette Sage

 

Otto Robert Eduard Oscar Reichel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Otto Robert Eduard Oscar Reichel und Martha Henriette Sage im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Karl Georg Wallerer und Mathilde Klinger

 

Karl Georg Wallerer im Jahr 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mathilde Klinger im Jahr 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karl Georg Wallerer und Mathilde Klinger im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Focko Johannes Börchers und Ehmina Taletta Visser

 

Focko Johannes BörchersFocko Johannes Börchers lebte in einer Zeit großer politischer Veränderungen und Unruhen. Am 29. April 1871 im Jahr der Reichsgründung geboren, wuchs er im Deutschen Kaiserreich auf und erlebte mit 17 Jahren das Dreikaiserjahr 1888. Beim Ausbruch des 1. Weltkriegs war er bereits 43 Jahre alt und sah 1918 das Ende des Kaiserreichs sowie die Gründung der Weimarer Republik. Ebenso wie die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 1929 bis 1932 erlebte er nicht zuletzt den Aufstieg der Nationalsozialisten und die Schrecken des 2. Weltkriegs. Als er im Jahr 1947 im Alter von 76 Jahren starb, lagen große Teile Deutschlands in Trümmern und das Land war von der vier alliierten Siegermächten besetzt.

 

Focko Johannes war der Erste der Familie Börchers, der evangelisch-lutherisch getauft wurde. Seine sämtlichen Vorfahren in männlicher Linie, die mit Ausnahme seines Vaters alle aus Dykhausen-Neustadtgödens im östlichsten Teil von Ostfriesland stammten, wurden evangelisch-reformiert getauft. Bis zur Umsiedelung der Familie nach Aurich ungefähr im Jahr 1838 trugen sie noch den Familienamen Borchers. Sein Vater Johann Hinrich Börchers war 1839 der erste aus der Familie, der in Sandhorst, einem Ortsteil von Aurich, unter dem Familiennamen Börchers getauft wurde.

 

Ehmina Taletta VisserAm 11. Mai 1901 heiratete er in Aurich Ehmina Taletta Visser. Ehmina Taletta stammte von der Insel Norderney. Sie wurde dort am 9. April 1875 geboren und war das 6. von insgesamt 9 Geschwisterkindern. Ebenso wie sie selbst stammte auch Ihr Vater sowie dessen Vorfahren fast ausnahmslos von der Insel Norderney. Lediglich einer der ältesten bisher bekannten Vorfahren stammte von der Insel Juist. Alle verdienten ihren Lebensunterhalt als Fischer oder Schiffer. Einige von ihnen waren auch Steuermann auf den Fischerbooten. Der Name Visser gehört heute neben Raß und Kluin zu den am häufigsten vorkommenden Familiennamen auf Norderney. Innerhalb der Familie wurde häufig erzählt, die Familie Visser stamme ursprünglich von der Insel Helgoland. Die Grundlage dieser Annahme ist unbekannt und hat sich letztlich nicht bestätigt.

 

Ehmina Taletta durchlebte die gleichen politischen Wirren und Veränderungen wie ihr Ehemann. Nach der Trauung mit Focko Johannes verließ sie ihre Heimat Norderney und lebte mit ihrem Ehemann in Haxtum. Dennoch gab es stets guten Kontakt und Besuche auf der Insel. Anders al ihr Ehemann durfte sie noch die Gründung der Bundesrepublik Deutschland miterleben. Als sie im Jahr 1952 im Alter von 77 Jahren starb, war die junge Republik grade einmal 3 Jahre alt.

 

Focko Johannes und Ehmina Taletta hatten gemeinsam 7 Kinder. Hiervon waren 6 Söhne und als jüngste 1 Tochter. Johann, der vierte der Söhne, verstarb schon recht früh im Alter von knapp 30 Jahren an einer Lungenentzündung.

 

Focko Johannes betrieb eine kleine Gärtnerei, wo er Obstbäume und auch andere Obstsorten wie beispielsweise Erdbeeren und Johannisbeeren anpflanzte. Der Ertrag der Gärtnerei wurde von Ehmina Taletta dann auf dem Auricher Markt verkauft. Sie ging mit zwei Eimern, die an einem Holzjoch hingen, immer zu Fuß die ca. 3 Kilometer zum Marktplatz um dort die Waren an die Kundschaft zu bringen. Auch die Kinder mussten schon früh im elterlichen Betrieb bei der Obsternte und beim Unkraut jäten mithelfen. Ihr Vater brachte ihnen die richtige Pflückart bei, damit die Früchte dabei nicht verletzt wurden. Focko Johannes führte zudem akribisch Buch über die Erträge der Obstbäume. Obwohl er sehr gutmütig war, gab es auch gelegentliche Zornesausbrüche, wenn die Kinder, insbesondere die Jungs wieder einmal zu viel Unsinn trieben. Doch es wurde auch, trotz der vielen Arbeit in der Familie viel gesungen. Dies haben sich die Kinder bis ins hohe Alter immer bewahrt und besonders bei Familienfeiern gerne zum Besten gegeben.

 

Das Hobby von Focko Johannes war die Geflügelzucht. Er besaß einige besondere Rassen mit denen er auch an Wettbewerben teilnahm. Bis heute sind auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei noch ein alter Birnenbaum und 3 Apfelbäume erhalten geblieben. Es erstreckte sich an der Oldersumer Straße in Aurich von der heutigen Hausnummer 88 bis zur Nummer 92.

 

(die Erzählungen zur Gärtnerei wurden mir von Gerda Börchers überliefert)

 

Focko Johannes Börchers und Ehmina Taletta Visser im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Coord Poppen Fischer und Bertha Karoline Straschewski

 

Coord Poppen Fischer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bertha Karoline Straschewski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Coord Poppen Fischer und Bertha Karoline Straschewski im Stammbaum finden.

 

 

 

 

 

Otto Carl Gustav Reichel und Auguste Johanne Caroline Gebine Stier

 

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Auguste Johanne Caroline Gebine Stier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Otto Carl Gustav Reichel und Auguste Johanne Caroline Gebine Stier im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Georg Wallerer und Anna Bauer

 

Georg Wallerer im Jahr 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg Wallerer und Anna Bauer im Stammbaum finden.

Anna Bauer im Jahr 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Josef Klinger und Barbara Černý

 

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Barbara Cerný im Jahr 1939

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Josef Klinger und Barbara Černý im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Emil Oskar Stier und Margaretha Johanna Gesina Gebina Wübbenhorst

 

Johann Emil Oskar Stier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Margaretha Johanna Gesina Gebina Wübbenhorst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johann Emil Oskar Stier und Margaretha Johanna Gesina Gebina Wübbenhorstimm Stammbaum finden.

 


 

 

Pioniere

 

Viele Menschen machten sich im 17. und 18. Jahrhundert auf, um neue Gebiete zu besiedeln. Die Motive dafür waren sehr unterschiedlich. Sei es, weil das Land in der bisherigen Heimat nicht mehr ausreichte, aus Angst vor Invasoren oder weil den Menschen auf Ihrem Weg nach Amerika die Weiterreise verwehrt wurde, wie dies vielen Kolonisten aus dem Pfalz und anderen süddeutschen Gegenden erging.

Unter diesen Umsiedlern befanden sich auch mehrere meiner Vorfahren:

 

 

Johann Claassen de Wall und Japen Roelfs

 

Die Herkunft dieser beiden ist heute noch unbekannt, möglicherweise hat der Name de Wall seinen Ursprung sogar außerhalb von Ostfriesland.

Zumindest sind sie aber seit etwa 1696 Einwohner im ostfriesischen Großefehn.

Johann Claassen de Wall und Japen Roelfs gelten mit ihren zwischen 1696 und 1712 geborenen neun Kindern als das Stammelternpaar aller späteren, weit verbreiteten de Wall Familien in Ostfriesland.

 

Johann Claassen de Wall und Japen Roelfs im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Abel Wübbenhorst

 

Seinen Ursprung nimmt das Geschlecht der Wübbenhorst um 1450 auf dem Stammhof in Wübbenhorst, einer aus nur einem Einzelhof bestehenden Ortschaft in einem Waldgebiet zwischen den Gemeinden Ganderkesee und Hude. Den Anwohners dieses Hofes ist sein Name jedoch erst um etwa 1500 zum Familiennamen geworden.

Auch wenn die Verbindung zwischen diesem alten Oldenburger Geschlecht und dem am 28. November 1728 in Kleinenkneten geborenen Abel Wübbenhorst nicht durch Quellen nachgewiesen werden kann, ist dieser Abel Wübbenhorst aber zweifelsfrei der Begründer sämtlicher ostfriesischer Zweige der Familie Wübbenhorst.

Er war zunächst seit 1762 Schulmeister in Schulenberg und selbiges von 1776 bis 1780 in Klein Henstedt. Mit seiner Frau und seinen sechs überlebenden Kindern übersiedelte er im Jahr 1780 nach Ostfriesland wo er dann zunächst in Egels und zuletzt in Wallinghausen als Schulmeister tätig war.

Wenngleich Abel Wübbenhorst nach nur 10 Jahren in der neuen Heimat im Jahr 1790 verstarb, gingen von seinen vier Söhnen doch die heute weit verzweigten Familienstämme der ostfriesischen Wübbenhorst aus.

Einer seiner direkten Nachfahren war mit Gerhard Wübbenhorst der Begründer des Möbelgeschäftes Wübbenhorst in Aurich.

 

Abel Wübbenhorst im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Wilhelm Minor und Maria Elisabeth Schmitt

 

Johann Wilhelm Minor und seine Ehefrau Maria Elisabeth Schmitt stammen aus dem im ehemaligen Fürstentum Nassau gelegenen Singhofen. Zusammen mit ihren zwei überlebenden Söhnen sowie deren Familien kamen sie im Jahr 1771 nach Pfalzdorf bei Goch.

Der Ort Pfalzdorf wurde um 1741 von pfälzischen Siedlern gegründet, die eigentlich aus wirtschaftlichen oder religiösen Gründen ihre pfälzische Heimat verlassen, und den Rhein hinauf über Rotterdam nach Pennsylvania/USA auswandern wollten. Jedoch wurde einer Gruppe von Auswanderern im Jahr 1741 die Einreise nach Holland auf Grund der immer stärker mit Auswanderungswilligen überbevölkerten Städte Rotterdam und Amsterdam verweigert. Die so in Schenkenschanz am Niederrhein ohne Hab und Gut zurückgelassenen 20 Familien aus 130 Personen richteten sogleich eine Bittschrift an die preußische Kriegs- und Domänenkammer in Kleve. Diese stellte nach mehreren Verhandlungen den Emigranten ca. 130 Hektar Siedlungsland in der Gocher Heide zur Bewirtschaftung zur Verfügung. In der Zeit zwischen 1748 und 1771 gab es dann drei starke Siedlerzuzüge. Der erste Siedlerzug setzte um 1748 ein. Eine weitere Besiedelungswelle folgte in den Jahren 1762 bis 1765. Der letzte Siedlerzustrom war in der Zeit zwischen 1769 und 1771 zu verzeichnen und im Jahr 1777 lebten in Pfalzdorf bereits 103 Familien mit insgesamt 568 Personen.

Johann Wilhelm Minor gehörte mit seiner Frau und den Familien seiner Söhne Johann Adam Minor und Johann Stephan Minor bei der Umsiedelung nach Pfalzdorf im Jahr 1771 somit einem der letzen großen Siedlerströme an. Johann Wilhelm Minor war in seiner neuen Heimat als Colonist tätig.

 

Johann Wilhelm Minor und Maria Elisabeth Schmitt im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Adam Minor und Johanna Maria Margaret Schmidt

 

Einer der Söhne des Johann Wilhelm Minor, die vom Nassauischen Singhofen in die Gocher Heide umsiedelten war Johann Adam Minor.

Er kam, ebenso wie sein Vater, im Jahr 1771 zusammen mit seiner Frau Johanna Maria Margaret Schmidt sowie den zwei Kindern nach Pfalzdorf.

Dort war er als Zimmermann und Colonist tätig und bekam mit seiner Frau noch weitere vier Kinder. Bei der Umsiedelung nach Pfalzdorf hat Johann Adam Minor 56 Reichstaler an Baugeldern erhalten. Im Jahr 1775 sind dann die Freijahre für sein Grundstück, welches er sich mit seinem Vater und seinem Bruder Johann Stephan Minor teilte, abgelaufen, so dass er von nun an jährlich zwei Reichstaler und 52 Stüber an Erbpacht an die Stadtkasse in Goch zu entrichten hatte.

Weiterhin erhielt Johann Adam Minor am 6. Februar 1772 einen Betrag in Höhe von 20 Reichstalern, welcher zur Anschaffung einer Kuh verwendet wurde, und ab März 1772 jährlich mit 5 Reichstalern abzuzahlen war.

Am 19. Juni 1797 verfasste er eine Bittschrift an die Kriegs- und Domänenkammer in Aurich, in der er zusammen mit anderen Colonisten der Gocher Heide um Landzuweisung in Ostfriesland bat.

Wenngleich dieser Bitte letztlich entsprochen wurde, verblieben Johann Adam Minor und seine Frau in Pfalzdorf, während sich dafür ihre vier überlebenden Kinder später in den Jahren ab 1797 bei Plaggenburg in Ostfriesland niedergelassen haben.

 

Johann Adam Minor und Johanna Maria Margaret Schmidt im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Peter Minor und Maria Margaretha Friederich

 

Die mit der preußischen Kriegs- und Domänenkammer in Kleve ausgehandelten Erbpachtverträge über das in der Gocher Heide zugewiesene Siedlungsland sah keine Veräußerung oder Teilung der bestehenden Höfe vor, so dass sich angehende Erben anderenorts neues Land zur Bewirtschaftung suchen mussten. Daher kam es schon ab 1777 zu einer großen Abwanderungswelle von Pfalzdorf unter anderem nach Ostfriesland, wo, nachdem es im Jahr 1744 auf Grund eines Erbvertrages an Preußen gefallen war, noch weitere Heide- und Moorgebiete zur Besiedelung zur Verfügung standen.

Eine weitere Abwanderungswelle gab es am Ende des 18. Jahrhunderts, nachdem Pfalzdorf mit den linksrheinischen Gebieten an Frankreich gefallen war.

Einer dieser Auswanderer nach Ostfriesland war Johann Peter Minor mit seiner Ehefrau Maria Margaretha Friedrich. Er kam im Jahr 1797 zusammen mit seinem Bruder Philipp Jacob Minor nach Ostfriesland, wo er sich als Kolonist in Plaggenburg niederließ. Nach dem Verzeichnis aller Colonisten in Plaggenburg aus dem Jahr 1803 besaß Johann Peter Minor Ackerland mit einer Fläche von 6 Diemat und 240 Quadratruthen, was einer Fläche von etwa 38.000 Quadratmetern entsprach.

Im Jahr 1817 tritt Johann Peter Minor neben einer Reihe weiterer Kolonisten in Plaggenburg negativ in Erscheinung, da er seine Erbpacht für das Jahr 1816 nicht gezahlt hatte. Am 29. April 1817 erhielt er einen Zahlungsbefehl der Rentei in Aurich. Die Kolonisten baten daraufhin um Niederschlagung der behördlichen Forderungen. Die Antwort auf dieses Ersuchen ist jedoch nicht überliefert.

 

Johann Peter Minor und Maria Margaretha Friederich im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Philipp Zöller und Anna Catharina Claassen

 

Ein weiterer Pfälzer der sich dem Siedlerstrom in die Gocher Heide anschloss war Johann Philipp Zöller mit seiner Frau Anna Catharina Claas. Auch er gehörte zu dem letzten großen Zustrom aus den Jahren um 1771 bis 1777.

Johann Philipp Zöller und seine Frau stammen vermutlich wie die oben erwähnte Familie Minor aus Singhofen im Fürstentum Nassau.

Da er nicht im Kolonistenverzeichnis der Stadt Goch genannt wird, seine erste Tochter Maria Anna Zöller jedoch in Pfalzdorf geboren wurde, ist davon auszugehen, dass es Johann Philipp Zöller nicht zu einer eigenen Kolonie in Pfalzdorf gebracht hat, sondern dort lediglich ein Einwohner war.

Er zog daher mit seiner Familie etwa im Juni 1777 nach Ostfriesland. Als er dort ankam, war er der letzte der insgesamt sechs Gründerväter von Plaggenburg, wo er dann als Maurermeister tätig war.

Auf Antrag vom 26. Juni 1777 des Sebastian Friederich, der einer der Mitbegründer der Kolonie Plaggenburg war, wurde Johann Philipp Zöller als einzigem der sechs plaggenburger Kolonisten von der Kriegs- und Domänenkasse in Aurich im Frühjahr 1778 ein Betrag von 6 1/2 Reichsthalern als Reisevergütung ausgezahlt. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Tatsache, dass Johann Philipp Zöller als einziger nicht bereits in Goch "Meilengelder oder dergleichen Benefizien" erhalten habe.

Mit Entscheidung der Kriegs- und Domänenkammer in Aurich vom 3. Juli 1777 wurde Johann Philipp Zöller ein Landstrich in der Größe von 6 Diemat und 50 Quadratruthen zugeteilt, was etwa 34.750 Quadratmetern entspricht. Hierfür musste er eine Erbpacht (Canon) in Höhe von 3 Reichsthalern, 1 Schaf und 13 3/4 Witt zahlen.

In den ersten Jahren der Kolonialisierung kam es immer wieder zu Viehsterben und Missernten, so dass es zu häufigen Hilfsgesuchen der Kolonisten an die Kriegs- und Domänenkammer in Aurich kam. Am 17. April 1782 bittet Johann Philipp Zöller um einen Vorschuss, da sein Kuh eingegangen und seine Frau krank sei.

Auch gibt es Gesuche der Kolonisten, einmal wöchentlich am Freitag in Aurich betteln gehen zu dürfen um ihre Not zu lindern. Diesem Anliegen der Kolonisten wurde jedoch nicht entsprochen, stattdessen wurde den Kolonisten am 9. Januar 1784 eine Brotzuweisung übergeben, wonach jede Familie am 10. Januar 1784 und den folgenden fünf Freitagen beim Bäcker Cordes in Aurich ein 12 Pfund schweres Brot abzuholen sei. Jedoch konnte auch diese Brotzuweisung die Notlage der Kolonisten nicht lindern, da es wieder zu einer Missernte kommen sollte. Eben zu dieser Zeit, im Februar 1784 wurde die Tochter Anna Elisabeth geboren.

 

Johann Philipp Zöller und Anna Catharina Claassen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Berend Wilcken Hinrichs und Taalke Lüken

 

Berend Wilcken Hinrichs, auch Berend Wilcken genannt, war der erste Kolonist, der sich in Wiesedermeer, oder vielmehr im großen Wieseder Meer niederließ.

Er kam mit seiner Familie im Jahr 1785 aus Uthörn bei Leerhafe.

Im Jahr 1786 begann er auf dem Stück Land welches ihm durch die Kriegs- und Domänenkammer von Aurich zugewiesen wurde ein Haus zu Bauen, das noch im selben Jahr fertig gestellt wurde.

Die Ansiedelung des Berend Wilcken in einer menschenleeren Einöde wie dem Wieseder Meer war offenbar eine derart ungewöhnliche Begebenheit, dass es in der Umgebung zu dem Gerede kam, Berend Wilcken sei aus reinem Menschenhass nach Wiesedermeer gezogen und habe sich so viel Land zuweisen lassen, dass es keinem anderen Kolonisten möglich war sich in der Nähe nieder zu lassen.

Weiteren Nährstoff bekam dieses Gerücht als nach seinem Tod bekannt wurde, dass Berend Wilcken sich eigenmächtig und ohne Erlaubnis der Kriegs- und Domänenkammer drei weitere Stücke Land aneignete. Hieran waren seine beiden Söhne Hinrich Berends und Lüke Berends wohl maßgeblich beteiligt.

 

Berend Wilcken Hinrichs und Taalke Lüken im Stammbaum finden.

 


 

 

Die Familie Friederich

 

Über die Familie Friederich aus dem Hunsrück existieren sehr umfangreiche Informationen zum Leben und Wirken der einzelnen Personen. Ich habe mich daher entschlossen, dieser Familie ein eigenes Kapitel in dieser Rubrik zu widmen.

Die Familie wurde bereits von mehreren Genealogen umfassend erforscht und es sei daher an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass die in dieser Homepage aufgeführten Daten und Fakten zu den Friederichs nicht der Verdienst meiner eigenen Forschungen sind.

Der Nachstehende Text und die Daten in den Ahnentafeln basieren auf den Arbeiten von Fritz H. Friederich und Werner Weber und wurden von mir ergänzt.

 

 

Die Familie Friederich hat ihren Ursprung im Hunsrück. Der älteste bisher nachweisbare Urahne der Familie ist Wilhelm Friederich. Er wurde 1581 in der lutherischen Gemeinde Neuerkirch im Kirchspiel Alterkülz geboren. Er war Müller und Landwirt und heiratete um 1602 Maria Vogel. Ihre Ehe, in der zwei Kinder geboren wurden, dauerte aber nur 10 Jahre denn die Frau verstarb früh.

Um 1614 heiratete Wilhelm Friederich Agnes Döniß geb. Peters, die weitere drei Kinder in die Ehe mit einbrachte. Bei einer Einkindschaft wurde festgelegt, dass Wilhelms Kinder aus mütterlichem Gut 60 Gulden und Agnes Kinder aus väterlichem Gut 30 Gulden erhalten sollten, jede weitere Erbschaft sollte gleichmäßig geteilt werden.

 

Ihr gemeinsamer Sohn Johannes Friederich kam bald nach der Hochzeit zur Welt. Im zarten Kindesalter erlebte er den Ausbruch des 30jährigen Krieges mit, welcher aufgrund der konfessionellen Streitigkeiten mit dem Prager Fenstersturz 1618 begann und sein Ende erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 fand, als Johannes noch wie sein Vater Müller und Landwirt war. Seine erste Frau Christina Niclas starb nach der Geburt des fünften Kindes.

Inzwischen hatte es Johannes zum Kirchencensor zu Alterkülz und Gerichtsschöffen zu Kastellaun gebracht. Um 1653 heiratete er Dorothea Heintz. Durch seinen Beruf hatte er wahrscheinlich die Möglichkeit, sich größere Ländereien zuzulegen und so seinem einzigen gemeinsamen Sohn mit Dorothea, Franz Jost Friederich, einen guten Start ins Leben zu geben. Wie Johannes Friederich es geschafft hat, es vom Bauern zum bürgerlichen Censor und Gerichtsschöffen zu bringen ist ungewiss, doch wenn man die damaligen Verhältnisse zwischen Bauern und Bürgertum  kennt, kann man sich leicht seine Schwierigkeiten vorstellen. Er starb im Januar 1667 im Alter von 52 Jahren.

 

Der genannte Sohn Franz Jost Friederich ist am 17.3.1656 geboren und war anfangs auch Müller und Landwirt. Er erlebte in den ersten 30 Jahren seines Lebens die drei schrecklichen Raubkriege Ludwigs XIV. von Frankreich zwischen 1667 und 1697 als der Hunsrück unter totaler Verwüstung und Plünderung stand. Erst der Frieden von Rejswijk zwang Ludwig XIV. zum Verzicht auf die Pfalz, was dann jedoch die Zeit der heftigsten religiösen Kämpfe mit sich brachte.

Am 16.2.1675 heiratete Franz Jost die Gerichtsschöffentochter Maria Margaretha Weyh aus Uhler, die bis dahin ihr Brot als Hofmagd auf der Kratzburg verdient hatte.

Bis 1691 bekamen sie acht Kinder, von denen nur fünf überlebten. Mit 32 Jahren wurde Franz Jost zum Kirchencensor zu Alterkülz graduiert und sicher war er oft auch in der sechs Kilometer entfernten Gerichtsstadt Kastellaun, so dass man von Glück sprechen kann, dass er nicht am 17.9.1689 dort war. An diesem Tage steckten die Franzosen nicht nur Simmern und Kirchberg, sondern auch Kastellaun in Brand. Ein Jahr nach dieser Katastrophe wurde Franz Jost zum Gerichtsschöffen von Kastellaun promoviert und graduiert. In dieser Funktion diente er unter anderem auch bei der Bürgermeisterwahl. Nach weiteren acht Jahren wurde er Kirchenmeister der Gemeinde Alterkülz.

In dieser Zeit muss es die Familie Friederich trotz der wütenden Kriege und der allgemeinen Armut wohl aufgrund der beruflichen Stellung zu einem Wohlstand gebracht haben, was die späteren Erbgrundstücke des Sohnes Johann Adam Friederich beweisen. Zu Lebzeiten nachweislich sind nur drei Wiesen, oberhalb der „Großwies“ am Michelbach. Auf dem „Gantzplan“ unterhalb des „Dupflusses“, unterhalb der „Wirthwies“, sowie der „Taubenacker“ auf dem es heute noch die sogenannte Taubenmühle gibt, die eine Ansammlung von vier landwirtschaftlichen Häusern ist.

1703 verkaufte er ein Stück Wald an der „Heckenmühle“ von den Eltern herrührend für 20 Reichstaler. Ob die Familie ihre Äcker und Wiesen allein bestellt hat oder ob sie sogar in der Lage waren Löhne zu zahlen, ist leider nicht bekannt. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass Franz Jost Friederich ein angesehener Mann war. Dadurch wurde er aber auch bei anderen unbeliebt. So wurde er 1704 vom angetrunkenen Niclaß Zimmermann von Alterkülz mit groben Beleidigungen beschimpft, weshalb das Gericht von Kastellaun den Fluchenden bestraft hat und dieser öffentlich widerrufen musste. Ebenso 10 Jahre später wurden Franz Jost Friederich und Johann Peter Klein ermahnt, sich wegen ausfallender Scheltworte zu versöhnen. Am 9.6.1712 wurde er vom Kirchspiel Alterkülz beauftragt nach Koblenz zu fahren um dort zwei Glocken von 102 und 167 Pfund abzuholen, die er auch am 15.8. vor der Kirche ablieferte.

Am 9.10.1721 starb die Frau Maria Margaretha Weyh im Alter von 68 Jahren, was Franz Jost wahrscheinlich den Lebensmut nahm, denn er entschlief 66jährig am 31.7.1722. Sie hinterließen fünf Kinder, 33 Enkel und zwei Urenkel. Zwei Tage darauf wurde er in Begleitung des ganzen Gerichts auf dem Kirchhof zu Alterkülz begraben. In Gegenwart des Herrn Baron von Schautburg, hochfürstlicher Sponheimischer gemeinschaftlicher Rat- und Oberamtmann und Gerichtsschultheiß zu Kastellaun, wurde am 21.1.1723 Franz Jost Friederichs Sohn Johannes Simon an Stelle des Vaters eingesetzt.

 

Der am 21.2.1682 als zweiter Sohn geborene Johann Adam Friederich hatte wahrscheinlich nicht die Gelegenheit bekommen eine ebensolche Karriere einzuschlagen, denn er war Zeit seines Lebens nur Müller. Er heiratete mit etwa 20 Jahren Anna Margaretha Leonhardt, eine Nachfahrin der ersten Ehe seiner Urgroßmutter Agnes Döniß, was die beiden aber sicher überhaupt nicht gewusst haben, zumal der größte Teil der Bevölkerung Analphabeten waren und selbst Schwierigkeiten hatten, ihren eigenen Geburtstag genau zu bestimmen. Zwischen 1703 und 1716 bekamen sie acht Kinder, von denen vier weit über 60 Jahre alt wurden, wie sie selber auch.

Der Tod des Vaters Franz Jost Friederich brachte dann wahrscheinlich eine erhebliche Erbschaft in Form von Grundstücken mit sich. Aus welchem Grunde und wie viel des tatsächlichen Hab und Guts  sie verkauften, ist nicht bekannt. Zumindest wird bei einem Großverkauf an den „lieben Bruder“ Nicol und den Nachbarn Johann Reinhardt Hülz erwähnt, dass es aus Notdurft zur Abtragung der Schuldenlast geschehe. Zwischen 1721 und 1733 verkauften sie insgesamt 16 Wiesen, 21 Äcker und ihren Anteil an der „Francken Mühle“ für einen Louisdor, 616 Reichstaler, 11 Saster Korn, 11 Saster Hafer und „gebührenden Weinkauf“. Ob nun diese Schuldenlast durch eigenes Verschulden zu erklären ist oder durch immer noch anhaltende konfessionelle Kämpfe im Herzogtum Simmern entstand, sei dahingestellt. Es muss jedenfalls einen triftigen Grund gehabt haben soviel Land zu verkaufen, da gerade in jener Zeit die Besitzlosen ein schweres Dasein hatten.

Nachdem Johann Adam Friederich die Hochzeiten von fünf seiner Kinder miterleben durfte, starb er am 6.2.1746 im Alter von 66 Jahren, sechs Jahre nach der Machtergreifung König Friedrichs II. von Preußen. Die Frau Anna Margaretha wurde sogar noch 79 Jahre alt, bis sie am 19.6.1762 als älteste Person im ganzen Kirchspiel verstarb.

 

Der älteste Sohn ist am 23.9.1703 geboren und wurde auf den Namen Johann Sebastian getauft. Er ist mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Er heiratete am 31.10.1730 Maria Margaretha Huhn aus Reich. Sie bekamen bis 1745 sieben Kinder, von denen vier ein beträchtliches Alter erreichten.

Johann Sebastian war Müller in der eigenen „Ohligmühle“. Seine Familie hatte scheinbar auch einigen Besitz, wovon sie bis 1740 sieben Äcker, sechs Wiesen, einen Garten und einen Wagen für 177 Reichstaler, 31 alb., 3 Saster Korn und 4 Maß Wein verkauften.

Ein weniger ruhmreiches Kapitel aus dem Leben des Sebastian Friederich ist eine Belästigung gegenüber einer jungen Frau, nachdem er bereits neun Jahre verheiratet war und schon vier Kinder hatte. Am 6.9.1739 kam es zum Verhör wegen der „unzüchtigen Führung“ des Sebastian Friederich von Neuerkirch und der Anna Catharina Michel von Michelbach, da beide an der „Niederkuhl“ zu Michelbach in „unzüchtiger Positur“ angetroffen worden sein sollen.

Nach Aussagen der Zeugen Johann Heinrich Neuhann und Johannes Häuprich habe Sebastian der Catharina um den Hals gefasst und sie geküsst und darauf seien sie zu Boden gefallen, Catharina aber wolle ihrem Mann die Treue halten. Als Sebastian hinter der Hecke vorgekommen sei, habe sein „männliches Glied nach außen vor der Hose gehangen“.

Anna Catharina Michel, die Frau des Franz Adam Michel, antwortete auf die Fragen des Pfarrers und der Censoren, sie habe nichts von Sebastian gewusst, sondern sei von ihrem Mann zur Mühle geschickt worden. Als sie nach Hause gehen wollte, habe der Sebastian Friederich hinter der Hecke gestanden, sie angeredet, ihr um den Hals gefasst, geküsst und mit Gewalt zu Boden geworfen. Sie aber habe sich wieder aufgerichtet und gesagt, sie wolle nicht, auch wenn er ihr 10 Gulden gäbe. Sie wusste aber nicht, ob er „sein Glied entblößt habe“, da sie mit dem Rücken zu ihm versucht habe, sich zu entreißen.

Sebastian Friederich antwortete auf die ihm gestellten Fragen, dass er seit einem halben Jahr nicht mit ihr gesprochen habe. Als sie vorbei kam, habe er sie zu sich gerufen und gesagt, in der Jugend wären sie oft zusammen gewesen und da sie sich immer so ehrlich aufgeführt und an nichts Böses gedacht haben, wollen sie das auch noch nachholen. Sie habe geantwortet, dass sie nicht wolle, wenn er ihr auch 10 Gulden gäbe. Sein Glied habe er aber nicht entblößt, die Sache sei schon schlimm genug, das gestehe er und bereue es, aber das könne er nicht gestehen.

Es wurde beschlossen, dass Anna Catharina Michel in allem unschuldig und Johann Sebastian Friederich allein schuldig ist, was er auch gestanden und mit Demut bekannt hat und um Verzeihung gebeten hat. Er habe 9 ... zu zahlen und sich nach christlicher Ermahnung nicht „wie ein müßiger Hengst nach anderen Weibern zu wiegern“. Weiterhin hat er 27 ... Almosen zu zahlen.

Interessant zu bemerken wäre noch, dass zum einen einer von vier Censoren Johann Nicol Leonhardt war, also ein Verwandter aus der Familie der Mutter, und dass der protokollierende Pfarrer Kroeber eine Woche später seine Abschiedspredigt von Alterkülz hielt.

Am 22.11.1749 hatte das Schicksal wohl noch eine nachträgliche Strafe für Johann Sebastian Friederich, als er am Mittag in seiner Ohligmühle zu nah an die Stöße gekommen ist, von welchen er ergriffen und in die Höhe gezogen wurde, was ihm den Kopf zerschmetterte. Er wurde 46 Jahre alt. Seine Frau Maria Margaretha Leonhardt starb am 4.11.1761 an dem hitzigen Fleckenfieber mit 56 Jahren.

 

Die älteste Tochter von Johann Sebastian Friederich war Anna Catharina Friederich. Sie wurde am 30.10.1734 in Neuerkirch geboren. In den Jahren um 1760 hatte sie eine Liaison mit Johann Peter Johann aus dem katholischen Niederkumbd, aus der am 1.1.1760 die uneheliche Tochter Maria Margaretha Friederich hervorging. Möglicherweise verlor Johann Peter Johann danach das Interesse, denn die Verbindung und die uneheliche Tochter wurden nicht durch eine Eheschließung legitimiert. Das Kind starb im Alter von einem halben Jahr am 17.7.1760.

Fast sechs Jahre später, am 26.11.1765, heiratete Anna Catharina in Alterkülz den Johann Adam Michel aus Michelbach. Es ist durchaus denkbar, dass es sich hierbei um einen Verwandten der Anna Catharina Michel handelt, die seinerzeit durch den Vorfall mit Anna Catharinas Vater Johann Sebastian Friederich ins Gerede kam.

Der weitere Verbleib von Anna Catharina Friederich ist ungewiss. Möglicherweise ist sie mit ihrem Ehemann in den Jahren nach 1765 in die Gocher Heide und dann später weiter nach Ostfriesland ausgewandert.

 

Der zweite Sohn von Johann Sebastian Friederich war der ebenfalls so genannte Johann Sebastian Friederich. Er wurde am 25.1.1733 in Neuerkirch geboren. Am 29.6.1761 heiratete er in Neuerkirch die aus Nickweiler stammende Anna Christina Brück. Wie andere Mitglieder der Familie ist er um 1764 nach Pfalzdorf an der Niederrhein gezogen. Der genaue Weg ist nicht bekannt. Jedoch ist zu vermuten, dass er sich auch für einen gewissen Zeitraum im Kalkar aufgehalten hat, denn dort wurde am 20.5.1765 der Sohn Christian getauft. Zudem hat das Paar noch einen Sohn Eberhardt Friederich, dessen Geburtsort bisher unbekannt ist. Es ist demnach möglich, dass Johann Sebastian Friederich sich auch noch an einem weiteren ort am Niederrhein aufgehalten hat. Am 6.12.1769 heiratete Johann Sebastian Friederich in Pfalzdorf die aus Windesheim stammende Catharina Elisabeth Stöhr. Der Verbleib von Anna Christina Brück ist ungewiss. In den Kirchenbüchern von Pfalzdorf findet sich kein Sterbeeintrag über sie. Dies spricht ebenfalls dafür, dass die Familie zunächst anderenorts am Niederrhein lebte bevor Johann Sebastian Friederich mit seinen Kindern nach Pfalzdorf zog.

 

 

Ein weiterer Sohn der oben erwähnten Johann Adam Friederich und Anna Margaretha Leonhardt wurde  ebenfalls Johann Adam Friederich genannt. Er wurde am 14.10.1712 als 6. Kind des Paares geboren. Dieser heiratete am 25.1.1735 in Biebern Anna Barbara Imig. Sie wurde am 14.4.1715 in Huben geboren. Das Paar hatte gemeinsam insgesamt 10 Kinder, die in der Zeit zwischen 1735 und 1754 geboren wurden. Von den Kindern starben nachweislich mindestens vier bereits im Kindesalter. Johann Adam Friederich starb am 14.12.1778 in Neuerkirch im Alter von 66 Jahren. Er überlebte seine Ehefrau, die am 20.3.1776 in Neuerkirch knapp 61jährig verstarb, um fast 3 Jahre.

 

Der älteste Sohn der beiden war Johann Christoph Friederich. Er wurde am 28.3.1737 in Neuerkirch geboren und heiratete am 7.7.1767 die aus Riegenroth stammende Anna Regina Augustin. Das Paar hatte in Neuerkirch bis 1781 insgesamt 6 Kinder. Die älteste Tochter wurde am 17.7.1768 geboren und Maria Margaretha genannt. Der Verbleib der gesamten Familie ist unklar. Es ist bekannt, dass sie offenbar nach Pfalzdorf auswandern " will", dann aber im Jahr 1785 nach Polen ging. Ob ihr Weg sie dabei über Pfalzdorf oder direkt nach Polen führte ist ebenfalls unbekannt. Zumindest finden sich in den pfalzdorfer Kirchenbüchern keine Hinweise auf die Familie.

 

Von der Familie Friederich machten sich 3 Paare mit Angehörigen in der Zeit um 1664 auf nach Pfalzdorf an den Niederrhein. Die rund 300 Kilometer lange Strecke rheinabwärts legten sie vermutlich mit dem Schiff zurück, nachdem sie wohl vorher ihren gesamten Besitz aufgegeben hatten. Ob sie nun in ihrer alten Heimat keine Perspektive mehr für die Zukunft gesehen haben, oder ob sie gar vertrieben wurden, ist leider nicht zu sagen, aber bestimmt haben sie von den vielen anderen Aussiedlern erfahren, die schon seit 20 Jahren von der Pfalz an den Niederrhein gezogen sind und sich so eine neue Existenz aufgebaut haben. Vor allem in dem ab 1741 von neun Familien mit 55 Personen gegründeten Pfalzdorf. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit den Behörden der Stadt Goch kamen die neuen Siedler unter schwersten Begebenheiten und Entbehrungen zu kleinen Heidegrundstücken, da die Bittschriften bis zum preußischen Regierungssitz nach Berlin gingen, wo König Friedrich II. seine Kolonisationsbestrebungen vermutlich auch mit dem Hintergedanken genehmigte und unterstützte, mit neuen Untertanen auch mehr Geld für seine Staatskasse zu erhalten.

 

Zu den Personen die sich etwa 1664 aus dem Hunsrück in Richtung Niederrhein aufmachten gehörte zum einen Johann Friedrich Friederich und seine Ehefrau Anna Catharina Ludwig, die er im Jahr 1750 in Gödenroth heiratete. Er ist ebenfalls ein Nachkomme von Wilhelm Friederich, entstammt jedoch als Sohn von Johannes Friederich und dessen erster Ehefrau Christina Niclas einer anderen Linie als die übrigen bisher genannten Friederichs. Er hatte mit Anna Catharina Ludwig insgesamt 10 Kinder, wovon die ersten 5 noch in Gödenroth bzw. Hollnich geboren wurden, die übrigen nach 1764 in Pfalzdorf.

Begleitet wurde Johann Friedrich Friederich von dem oben bereits aufgeführten Johann Sebastian Friederich und dessen Ehefrau Catharina Elisabeth Stöhr. Ebenfalls dabei war wohl Johann Sebastians Schwester, die am 5.5.1743 in Neuerkirch geborene Anna Margaretha Friederich. Sie heiratete in Pfalzdorf am 5.9.1769 den aus Frankfurt stammenden Johann Adam Reiß, mit dem sie in Pfalzdorf 4 Kinder hatte.

 

Etwa drei Jahre später, um 1767 folgte noch Johann Jacob Friederich, ein Sohn von Johann Adam Friederich und Anna Barbara Imig. Johann Jacob wurde am 10.9.1747 in Neuerkirch geboren und heiratete am 3.2.1767 in Pfalzdorf die aus Dachsenhausen stammende Elisabeth Catharina Wagner. Sie bekamen bis 1780 insgesamt 6 Kinder. Johann Jacob Friederich starb am 4.7.1812 in Pfalzdorf. Seine Ehefrau starb bereits am 27.5.1810.

 

Aus der Familie Friederich machten sich insgesamt 2 Colonisten mit ihren Familien und Angehörigen zum 300 Kilometer entfernten, inzwischen auch unter preußischer Herrschaft stehenden Ostfriesland auf. Diesmal aber auf dem Landweg, denn eine Flussverbindung besteht nicht. Dort angekommen ließen sie sich in Plaggenburg nach der Stadt Aurich nieder. Sie gehörten somit zu den 7 Gründerfamilien der Kolonie Plaggenburg. Es war dies zunächst der oben genannte Johann Friedrich Friederich mit seiner Ehefrau Anna Catharina Ludwig. Johann Friedrich Friederich starb am 28.8.1807 in Plaggenburg, seine Ehefrau bereits am 7.2.1794.

 

Ebenfalls im Jahr 1777 kam der oben schon erwähnte Johann Sebastian Friederich mit seiner Ehefrau Catharina Elisabeth Stöhr und 5 Kindern nach Plaggenburg. Johann Sebastian Friederich starb dort am 27.2.1809. Catharina Elisabeth Stöhr starb vier Jahre später am 14.8.1813.

 

Letztlich kam 1777 auch noch Anna Margaretha Friederich mit ihrem Ehemann Johann Adam Reiß sowie ihren 2 überlebenden Kindern nach Plaggenburg. Dort bekam sie bis 1788 noch weitere 4 Kinder. Anna Margaretha Friederich starb am 1.11.1788 in Plaggenburg, vermutlich an den Folgen einer Geburt. Ihr Ehemann starb dort am 6.5.1808.

 

Ein Mitglied der Familie Friederich konnte bisher nicht eindeutig zugeordnet werden. Es handelt sich hier um eine Maria Margaretha Friederich. Sie ist nach bisherigem Erkenntnisstand sehr wahrscheinlich eine Tochter der bereits erwähnten Eheleute Johann Sebastian Friederich und Anna Christina Brück oder von  Johann Christoph Friederich und Anna Regina Augustin. Näheres dazu siehe auch hier .

Am 12.4.1795 heiratet Maria Margaretha Friederich in Pfalzdorf den ebenfalls aus dem Hunsrück stammenden Johann Peter Minor, der dort zu diesem Zeitpunkt schon seit 24 Jahren ansässig war. Im Jahr 1797 machten sie sich nach Ostfriesland auf und ließen sie sich, wie schon die anderen Familien vor ihnen, in Plaggenburg nieder. Maria Margaretha Friederich starb am 24.4.1830 in Plaggenburg in einem Alter von angeblich 69 Jahren. Ihr Ehemann starb bereits am 28.6.1824. Die beiden hatten insgesamt 5 Kinder, wovon die erstgeborene Tochter im Jahr 1796 noch in Pfalzdorf geboren wurde.

 

Familie Friederich im Stammbaum finden.

 

 

Die Familie Norborges

 

Die im 17. und 18. Jahrhundert hauptsächlich in Detern und Stickhausen ansässige Familie Nordborges, später auch Nortberg genannt, lässt sich bis in die Niederlande zurück verfolgen. Sie wird in mehreren Buch- und Internetquellen genannt und ich möchte an dieser Stelle nicht verschweigen, dass diese Forschungsarbeit anderen Forschern zugute zu halten ist.

Der Nachstehende Text und die Daten in den Ahnentafeln basieren auf den Arbeiten von Gerhard Bürjes und seiner Veröffentlichung  " Unser Ostfriesland" aus dem Jahr 1979.

 

 

Die Familie Nordborges stammt ursprünglich vermutlich aus Groningen. Der älteste bisher bekannte Urahne dieser Familie ist Gerd Nordborges. Er kam etwa um das Jahr 1650 von Groningen in das oldenburgische Apen und war in der dortigen Festung als Barbier und Feldscher tätig. Er starb dort am 22. September des Jahres 1670.

Sein Sohn Stephan Nordborges tat es ihm gleich und war ebenfalls in Apen als Regimentsfeldscher tätig. Er heiratete dort im Jahr 1654 in erster Ehe die Elisabeth Lamken. Ihnen wurde im Jahr 1664 ein Sohn geboren, der am 15. Mai des selben Jahres auf den Namen Anton Günther getauft wurde.

 

Dieser Anton Günther Nortborges wiederum kam etwa um das Jahr 1690 in das ostfriesische Detern, wo er auf der Festung in Stickhausen als Musketier anmusterte. Noch im selben Jahr heiratete er als Anton Günther Nortberg am 30. März die junge Engel Kips. Anton Günther Nortberg gab einige Jahre später den Beruf des Musketiers auf und war von da ab als Kaufmann in Detern tätig.

Zusammen mit Engel Kips hatte Anton 8 Kinder, unter ihnen auch der spätere Procurator und Zollverwalter Johann Nortberg, der in dieser Funktion als eher ungeliebter Tyrann in die Geschichte von Stickhausen eingehen sollte.

 

Johann Nortberg heiratet im Jahr 1720 die Christina Magdalena Bolenius, eine junge Frau aus hochgestelltem Hause. Sie war die Tochter des Procurators Gustav Ulrich Bolenius in Detern. Auf diese Weise gelangte Johan Nortberg an Kontakte zu hochgestellten Regierungspersönlichkeiten, was ihn wiederum in seiner beruflichen Laufbahn schnell voran brachte.

 

Eine Tochter von Anton Günther Nortberg war die am 10. März 1702 in Detern getaufte Ahltje Maria Nortberg, welche den Bäcker Johann Gerdes Schmid aus Detern Heiratete. Deren Nachkommenschaft gelangte letztlich über den Ort Wiesedermeer in Person der Margaretha Henrietta Johanna Schmidt nach Aurich, wo diese im Jahr 1864 den Anton Peter Flick, dessen Mutter Anna Maria Miner wiederum von der oben genannten Familie Friederich abstammte, heiratete.

 

Familie Nordborges im Stammbaum finden.

 


 

 

Familienschicksale und besondere Ereignisse

 

Natürlich verlief das Leben der Menschen nicht immer glücklich. Viele Familien, so auch mehrere meiner Ahnen, waren betroffen von schweren Schicksalen. So gab es zum Beispiel Sturmfluten, tödliche Unfälle, Hausbrände, Seuchen und viele andere Ereignisse die das Leben der Menschen stets begleiteten:

 

 

Focke Focken

 

Besonders wenn man an das Mittelalter denkt, assoziiert man auch immer große Seuchen wie zum Beispiel die Pest. Tatsächlich gab es sogar bis in das 19. Jahrhundert hinein immer wieder große Pestepidemien. So auch in Ostfriesland.

In dem Ort Holtrop wurde im Jahr 1666 eine große Anzahl von Bewohnern von der Pest dahin gerafft.

Unter meinen Vorfahren war dies unter anderem Focke Focken. Er fiel dieser Seuche im September 1666 im Alter von etwa 38 Jahren zum Opfer.

 

Focke Focken im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Eme Lampen

 

Der zweite meiner Ahnen, welcher der Pest zum Opfer fiel, war Eme Lampen.

Er lebte ebenfalls in Holtrop und starb bereits im Juli 1666.

Diese Todesfälle zeigen, dass die Bewohner von Holtrop unter sehr unhygienischen Bedingungen gelebt haben müssen und dass auch in weniger besiedelten, ländlichen Gegenden die Gefahr einer Seuche wie der Pest somit durchaus vorhanden war.

 

Eme Lampen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Gerd Lammers

 

Gerd Lammers war ein Sohn des Lambertus von Ellburg und er lebte als Hausmann in Middels-Westerloog.

Offenbar kam es im Zuge eines Erbstreites mit seinem Schwager Harm Harms zu einer äußerst gewalttätigen Auseinandersetzung die darin gipfelte, dass Gerd Lammers von jenem Harm Harms mit einem Messer "Meuchelmörderischer Weise" erstochen wurde.

 

Gerd Lammers im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Berent "von Ankum der Ältere" Berents

 

Offenbar um ihn von seinem Sohn zu unterscheiden, erhielt Berent Berents den Namenszusatz "der Ältere".

Er lebte etwa in der Zeit um 1613 bis 1639 in Uthörn, bei Leerhafe und war verheiratet mit Talcke Johanßen.

Im Jahr 1639 wurde im Geldhebungsregister von Leerhafe vermerkt "sein Haus mit allem Vorrath abgebrandt." Der Verlust seines Hauses sowie aller seiner darin befindlichen Besitztümer dürfte für ihn und seine Familie ein schwerer Schicksalsschlag gewesen sein von dem sich die Familie vermutlich nur sehr schwer erholt hat. Es ist wohl davon auszugehen, dass er daher in sehr großer Armut gelebt haben muss.

 

Berent "von Ankum der Ältere" Berents im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ernst Harmens

 

Ernst Harmens war Einwohner des Dorfes Großoldendorf. Er wird in den dortigen Schatzungsregistern aus den Jahren 1621 und 1633 als arm aufgeführt. Im Jahr 1649 ist er Besitzer einer Warf und als Tagelöhner tätig. Auf Grund seiner Armut erhält er aus der Armenkasse ein Darlehen von 40 "Schlichten Talern".

Obwohl er in extrem ärmlichen Verhältnissen gelebt haben muss, war Ernst Harmens offenbar doch immer bei sehr guter Gesundheit, denn bei seinem Tod im August 1681 wird er als "ein Mann über 100 Jahren" beschrieben. Damit dürfte er wohl das älteste Mitglied seiner Gemeinde gewesen sein.

 

Ernst Harmens im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ubbo Henrich Osterkamp

 

Ubbo Henrich Osterkamp war der Leibdiener des um die 1670er Jahre in Stickhausen amtierenden Drosten Michael von Eck.

In dieser Position hat er sich vermutlich den Respekt und das Ansehen seines Herrn erworben. Auch Ubbo war offenbar seinerseits dem Drost treu ergeben. So stand die Familie des Drosten für mehrere der Kinder von Ubbo Henrich Osterkamp als Namensgeber Pate.

Auch mehrer hochrangige Offiziere der Garnison in Stickhausen finden sich unter den Taufpaten von Ubbos Kindern.

 

Ubbo Henrich Osterkamp im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ameling Melcherts Sartorius und Rickmet Jansen

 

Ameling Melcherts Sartorius und Rickmet Janssen stammen beide aus Aurich-Oldendorf. Dort haben sie am 30. April 1712 geheiratet.

Ameling Melchers Sartorius ist ziemlich sicher ein Enkel des in Wiesens und Aurich-Oldendorf amtierenden Pastors Ameling Sartorius. Dies ist zwar nicht urkundlich nachweisbar, wird aber auf Grund der doch einzigartigen Namenskombination allgemein anerkannt.

In die Annalen der Gemeinde Großefehn gingen die beiden aber auf Grund eines unglücklichen Vorfalls ein. Im April des Jahres 1714 ging ihr Haus in Flammen auf und dabei kam Gesche Davids aus Bagband ums Leben. Sie hielt sich in diesem Haus auf und konnte nicht mehr gerettet werden.

Ameling Melcherts Sartorius und Rickmet Janssen hatten gemeinsam neun Kinder von denen vier bereits im Kindesalter starben.

 

Ameling Melcherts Sartorius und Rickmet Jansen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ocke Gerdes

 

Der Ort Aurich-Oldendorf wurde auch im Jahr 1745 Zeuge einer Feuersbrunst.

Diesmal war Ocke Gerdes das unglückliche Opfer der Flammen. Im Kirchenbuch ist am 11. Mai 1745 vermerkt: "In der erstaunlichen Fuersbrunst verbrannt und dero verbrannte Knochen den 13. Mai begraben".

 

Ocke Gerdes im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Jelsche Janßen

 

Der Großteil der ostfriesischen Bevölkerung hatte zeitlebens unter Armut und Besitzlosigkeit zu leiden. Viele Bauern mussten Abgaben an ihre Landesherren zahlen.

Jedoch gab es unter meinen Vorfahren auch einige, die sich durch ihr eigenes Verschulden in Armut gestürzt haben.

So zum Beispiel Jelsche Janßen, der offenbar zum einen äußerst faul, zum anderen dem Alkohol verfallen war. In den Kirchenbüchern von Remels ist über ihn zu lesen dass er "wegen schlechter Aufwartung und sauffen wenig vermögend" war.

 

Jelsche Janßen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Albrecht Alberts

 

Wie überall war auch in Ostfriesland im 17. und 18. Jahrhundert die Kindersterblichkeit noch sehr hoch und viele Kinder starben bereits im ersten Lebensjahr.

Auf der anderen Seite kam es auch manchmal vor, dass die Kinder bereits in jungen Jahren ihre Eltern verloren und als Waisen aufwuchsen. Dieses Schicksal ist Albrecht Alberts widerfahren.

Während der Vater am 24. Januar 1756 bereits neun Tage vor ihrer Geburt starb, verlor Albrecht Alberts ihre Mutter im Alter von einem Jahr. Von wem sie anschließend aufgezogen wurde ist ungewiss.

Albrecht Alberts hatte noch drei Schwestern von denen die älteste beim Tod der Mutter auch erst etwas über acht Jahre alt war.

 

Albrecht Alberts im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Focke Gerdes

 

Als Focke Gerdes im Jahr 1769 gestorben ist, war er das älteste Mitglied der Kirchengemeinde Hesel.

Im Kirchenbuch Hesel ist zu seinem Tod zu lesen: "gestorben [...] nachdem er vorher immer gesund und zuletzt 12 - 13 Tage krank gewesen. Alt:103 Jahre und 8 Monate."

Auch ist er unter meinen Vorfahren wohl einer der mit Abstand ältesten gewesen.

Dieses hohe Alter ist noch umso erstaunlicher, als dass die Lebenserwartung in dieser Zeit noch bei weitem nicht so hoch war wie heutzutage.

 

Focke Gerdes im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Dirck Harms

 

Ehebruch ist nicht nur ein Phänomen der heutigen Zeit sondern kam auch schon in früheren Zeiten häufig vor.

Im vorliegenden Fall wurde dieser jedoch auch noch durch den Pastor im Kirchenbuch schriftlich festgehalten.

So hat Dirck Harms, nachdem sein Sohn Meinert Dirck im Jahr 1785 im Alter von 32 Jahren verstorben ist, mit dessen Witwe Trinke Gerdes im Jahr 1788 einen unehelichen Sohn gezeugt. Dies alles während Dirck Harms' Ehefrau Gretje Meiners ebenfalls noch lebte. Wie Gretje Meiners hieraus reagierte bleibt im Kirchenbuch jedoch unerwähnt.

 

Dirck Harms im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Albert Janssen Redenius

 

Albert Janssen Redenius war Colonist in Engerhafe und offenbar auch in der Torfgewinnung tätig.

Am 19. Juli 1808, so ist dem Kirchenbuch von Engerhafe zu entnehmen, hat er eine Fuhre Torf nach Eilsum gebracht.

Auf dem Rückweg sind, wie es heißt, wohl die Pferde scheu geworden, so dass er beim Sturz des Wagens unter diesen geriet und überrollt wurde. Dabei wurde er grausam entstellt und hat aber noch zwei Stunden gelebt ehe er seinen Verletzungen erlag. Der Leichnam wurde nach Engerhafe überführt und dort begraben.

Albert Janssen Redenius verstarb knapp fünf Monate vor der Trauung seines Sohnes Jann Alberts Redenius.

 

Albert Janssen Redenius im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Gerd Ufckes und Anna Elisabeth Zöller

 

Anna Elisabeth Zöller war eine von zwei Töchtern des aus dem Fürstentum Nassau stammenden Johann Philipp Zöller.

Im Jahr 1802 heiratete sie in Aurich den Colonisten Gerd Ufckes aus Strackholt mit dem sie drei Söhne und sechs Töchter hatte.

Zusammen siedelten sie sich in Plaggenburg an. Aus einem Verzeichnis aller Colonisten in Plaggenburg aus dem Jahr 1803 geht hervor, dass Gerd Ufckes über einen Landbesitz von 7 Diemat und 44 Ruthen, also ungefähr 40.000 Quadratmeter verfügte. Damit gehörte er, bezogen auf den Landbesitz, zur Mittelschicht in Plaggenburg.

Nachdem Gerd Ufckes im Jahr 1819 im Alter von nur 46 Jahren an der Auszehrung verstarb, heiratete Anna Elisabeth Zöller am 23. Oktober 1820 dessen Bruder Jann Ufckes.

Am 27. Februar 1821 verstarb dann auch Anna Elisabeth Zöller an den Folgen einer schweren Geburt im Alter von 37 Jahren und 14 Tagen.

 

Gerd Ufckes Anna Elisabeth Zöller im Stammbaum finden.

 


 

 

Die Weihnachtsflut von 1717

 

In der Nacht des 24. auf den 25. Dezember 1717 brach eine der bis dahin verheerendsten Sturmfluten über die norddeutsche Küste herein, die weite Landesteile überschwemmte und allein in Ostfriesland und im Harlingerland fast 3.000 Menschenleben forderte. Auch die Verluste an Vieh und nicht zuletzt an Wohnhäusern und anderen Gebäuden waren verheerend. Selbst die höher gelegenen Kirchen wurden zum Teil nicht verschont. Das Wasser sollte in der Folge noch über Jahre durch die zerstörten Deiche in das Landesinnere vordringen. Von den zahllosen Betroffenen der Verwüstung lassen sich die Schicksale zweier Familien meiner Vorfahren konkret belegen:

 

 

Aapcke Harmenß und Kuntcke Geerdts Pierius

 

Aapcke Harmenß lebte mit seiner Frau Kuntcke Geerdts Pierius und seinen zwei kleinen Kindern in Rorichmoor bei Neermoor, nahe des Flusslaufes der Ems. Bei der Weihnachtsflut von 1717 wurde sein Haus vollständig vernichtet und auch im Jahr 1719 stand sein Land nach wie vor noch unter Wasser, so dass sein Haus bis dahin nicht wieder neu errichtet werden konnte. Er kam daher mit seiner Familie auf einem benachbarten Hof des Leffert Ulffers in einer Kammer unter.

 

Aapcke Harmenß und Kuntcke Geerdts Pierius im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Dirk Hindrichs und Gebke Everts

 

Ein ähnliches Schicksal wiederfuhr Dirk Hindrichs. Er lebte mit seiner Frau Gebke Everts und seinen Kindern in Barstede. Doch selbst diese relativ große Entfernung von über 10 Kilometern zur Küste schützen ihn nicht vor der Gewalten der Sturmflut, so dass auch sein Hab und Gut ein Opfer der Wassermassen wurde. Er wohnte deshalb noch im Jahr 1719 in einer Unterkunft für Arme.

 

Dirk Hindrichs und Gebke Everts im Stammbaum finden.

 


 

 

Leben auf Norderney

 

Mehr noch als andere Dörfer auf dem Festland, war eine Insel wie Norderney den Gewalten der Natur und verheerenden Seuchen sowie Hunger und Entbehrungen unterworfen. Auch der Umgang untereinander war in solch einer kleinen Gemeinde nicht immer nur von Nachbarschaftsfreundschaften geprägt:

 

 

Gerd Harmens und Folcke Jacobs

 

Im Kirchenbuch von Norderney steht in einem Eintrag aus dem Jahr 1705: " [...] Des Kirchenvorstehers Gerd Harms Weib führte das Kirchenregiment, daher gewirtschaftet in Unordnung und Laster."

Offenbar wurden, wenngleich ihr Ehemann der gewählte Kirchenvorsteher war, dessen Aufgaben durch seine Ehefrau wahrgenommen. Und dies zur äußersten Unzufriedenheit des amtierenden Pastors Johann Husius.

Bei dem genannten Gerd Harms und sein "Weib" dürfte es sich mit Sicherheit um meinen Vorfahren Gerd Harmens und seine Frau Folcke Jacobs handeln, da zu dieser Zeit, zumindest nach den vorhandenen Kirchenbuchaufzeichnungen, nur ein einziger Gerd Harmens auf Norderney lebte. Dafür spricht auch, dass bereits sein Vater dieses

Amt inne hatte.

Es hat den Anschein, als hätte Gerd Harmens das Amt des Kirchenvorstehers jedoch nicht bis an sein Lebensende ausgeübt, denn bei seinem Tod im Jahr 1725 wird er als Schiffer bezeichnet.

 

Gerd Harmens und Folcke Jacobs im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Hilrich Carstens und Ulste Heyen

 

In den Jahren 1759 und 1760 grassierte auf der Insel Norderney die " Rote Ruhr". Diese Seuche dezimierte die Einwohnerzahl von Norderney ganz erheblich.

Neben vielen anderen Familien war davon auch die Familie meiner Ahnen Hilrich Carstens und Ulste Heyen ganz erheblich betroffen.

So wurde mit Ulste Heyen am 4.1.1760, Hilrich Carstens und der Tochter Mentje Hilrichs am 21.1.1760 sowie einer weiteren Tochter Ulste am 11.2.1760 gleich eine ganze Familie innerhalb von einem Monat nahezu ausgelöscht.

 

Hilrich Carstens und Ulste Heyen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Folckert Janssen

 

Folckert Janssen lebte auf der Insel Norderney und arbeitete dort als Schiffer.

In dieser Funktion war er offenbar auch auf Handelsschiffen tätig, denn im Jahr 1766 lag er mit "seinem" Schiff im Hafen von Elsfleth vor Anker.

Am 22. April 1766 ist er dort vom Schiff gestürzt und ertrunken. Sein Leichnam wurde nicht wieder gefunden.

Die Ungewissheit über den Verbleib der sterblichen Überreste mag für die Hinterbliebenen vielleicht sogar schwerer zu ertragen gewesen sein als sein Tod selbst.

Folckert Janssen hat eine Witwe und fünf Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahren hinterlassen.

 

Folckert Janssen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Simen Carssens

 

Simen Carssens war ein Bewohner der Insel Norderney und hat seinen Lebensunterhalt als Fischer bestritten.

Zudem war er als Steuermann auf Segelschiffen tätig.

Im Jahr 1812 ist er mit drei weiteren Fischern und deren Schiff offenbar in einen Sturm geraten und gekentert.

Nach den Kirchenbuchauszeichnungen dieser Zeit ist er im Juli 1812 vor der holländischen Insel Texel ertrunken und dort begraben worden.

 

Simen Carssens im Stammbaum finden.

 


 

 

Vögte und Pastoren

 

Während die Pastoren für das Seelenheil der Bewohner zuständig war, gehörte es zu den Aufgaben des Vogtes, das Dorf im Namen des jeweiligen Landesherrn zu verwalten und für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei konnte es auch durchaus zu Streitigkeiten zwischen Pastor und Vogt kommen.

Unter meinen Vorfahren finden sich ebenfalls einige dieser, mitunter sehr bekannten Pastoren und Vögte in Ostfriesland:

 

 

Lambertus von Ellburg

 

Lambertus von Ellburg war Prediger in Geldern. Gemeint ist hier vermutlich das Herzogtum Geldern mit dem Ort Elburg in den heutigen Niederlanden gelegen. Darauf deutet der Namenszusatz "von Ellburg" wohl sehr eindeutig hin.

1576 wurde er als erster lutherischer Pastor nach Middels berufen wo er bis 1629 im Amt war.

Im Predigerdenkmal von Peter Friedrich Reershemius ist er als "Lambertus Ellburgensis" vermerkt.

 

Lambertus von Ellburg im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Theye Focken Röling

 

Kanzel der evangelisch-lutherischen Kirche zu FilsumTheye Focken Röling war Vogt in Filsum. Wann genau er dieses Amt antrat ist unbekannt, jedoch wird er bereits im Jahr 1633 in Filsum als Vogt genannt.

Wenngleich er in den meisten Quellen nur Theye Focken genannt wird, scheint sein richtiger Familienname jedoch Röling gewesen zu sein, denn auch seine Nachfahren haben später teilweise diesen Namen getragen.

Im Jahr 1636 wurden mehrere Bewohner der Gemeinde Filsum "vom lieben Gott mit sonderlicher Krankheiten heimgesucht", was die gottesfürchtigen Einwohner dazu bewegte die "durch Gott verbotene" körperliche Arbeit an Sonntagen und anderen Feiertagen zu untersagen, damit diese nicht dadurch entehrt würden. Eine Übertretung dieses Gebotes sollte mit einer Zahlung an die Kirche und an die Armen bestraft werden. Die Summe aller auferlegten Strafen eines Jahres sollte jährlich am Mechaelistag gezahlt werden.

Weiterhin sollte dieses Gebot von Generation zu Generation weiter gegeben werden und seine Einhaltung vom Pastor, vom Vogt und vom Armenvorsteher überwacht werden.

Dies alles wurde im Kirchenbuch und auch im Armenbuch niedergeschrieben und sowohl vom Pastor, vom Armenvorsteher der Gemeinde und von Theye Focken Röling am 30.August 1636 unterzeichnet. Das obere Bild zeigt die Kanzel in der Kirche von Filsum, auf der Theye Focken Röling oberhalb vom Bildnis des Evangelisten Markus als Vogt genannt wird.

 

Grabplatte von Theye Focken Röling in der Kirche zu FilsumIn der Kirche zu Filsum befinden sich noch heute im Chorraum zwei Grabplatten, von der eine einst das Grab von Theye Focken Röling im Fußboden der Kirche bedeckte. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass der Vogt am 5. Februar des Jahres 1664 in einem Alter von 81 Jahren gestorben ist. Insgesamt ist dort zu lesen:

" Ao 1664 DEN 6. FEBRUARIJ, NACH MITTAG ZWISCHEN 2. UND 3. IST DER EHRNACHTPAR UND MANHAFFTER  TEYE FOCKEN RÖLING FÜRSTLICHER OISTFRIESISCHER FOIGTT ZU FILSUMB SANFT UND SELIG IM HERREN ENTSCHLAFEN SEINES ALTERS 81 JAHR ERWARTET ALHIE EINE FROLICHE AUFFERSTEHUNG. "

 

Theye Focken Röling im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Raßke

 

Johann Raßke wird im Jahr 1590 in den Kontrakten-Protokollen der Stadt Norden erwähnt. Dort ist er als Schüttmeister tätig gewesen.

Im Jahr 1607 wird er als erster Vogt der Insel Norderney eingesetzt. Dieses Amt hielt er vermutlich bis zum Jahr 1652 inne.

Seit dem Jahr 1609 quittiert er unter dem Namen "Johann Raß" und gilt daher gemeinhin als Stammvater der weit verbreiteten Familie Raß auf Norderney. Sein Urenkel Simon Jacobs Raß wird im Jahr 1689 einer seiner Nachfolger im Amt des Inselvogtes.

 

Johann Raßke im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Arend Kluin

 

Arend Kluin wird 1681 der 5. Inselvogt von Norderney. Er behält dieses Amt bis zum Jahr 1685 inne, vermutlich bis zu seinem Tod.

In seine Amtszeit fielen die ersten Bemühungen der Inselbewohner, sich durch das Anlegen kleiner Gärten, das Füttern eines Schweins, das Halten von Schafen und möglicherweise sogar einer Kuh, ihren Speiseplan etwas aufzubessern. In einer fürstlichen Verordnung für Norderney ist daher von " Bauern" auf der Insel die Rede.

 

Arend Kluin im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Simon Jacobs Raß und Afke Hayen

 

Simon Jacobs Raß wird im Jahr 1688 zum 7. Vogt der Insel Norderney ernannt.

Vor seinem Amtsantritt als Inselvogt ist er als Schiffer tätig gewesen. Aus dem Jahr 1689 liegt eine Klage des Simon Jacobs Raß gegen seinen Vorgänger wegen unbefugtem Wirtschaftsbetriebes und Majestätsbeleidigung vor.

Im Jahr 1692 wurde Simon Jacobs Raß bereits wieder amtenthoben, da er sich nach der Strandung eines mit Gerste beladenen Segelschiffes das geborgene Getreide widerrechtlich mit den Inselbewohnern teilte anstatt es dem Landsherren zu übergeben.

Im Jahr 1703 wird er bis zu seinem Tod im Jahr 1712 nochmals als Vogt eingesetzt.

In diese zweite Dienstzeit fällt eine Anklage aus dem Jahr 1708 wegen Vernachlässigung der Insel.

Er war verheiratet mit Afke Hayen, der Witwe des Arend Kluin, eines seiner Amtsvorgänger. Über sie steht in einem Eintrag im Kirchenbuch aus dem Jahre 1705: " Der Vogt Simon Jacob Rass hatte ein listiges Weib, achtete weder des Pastors noch des Vogts. Des Vogts Weib führte das Regiment, namentlich in Strand- und der Gemeinde Sachen [...].

Dieses Verhalten der Afke Hayen führte ganz offensichtlich zum Unmut des Pastors Johann Husius.

Auch die Beziehung zwischen dem Vogt selbst und Pastor Husius war offenbar nicht übermäßig gut. Nachdem beide am selben Tag gestorben sind und beerdigt wurden, hat Pastor Lamberti im Kirchenbuch über Simon Jacobs Raß vermerkt:

" Und hat ihn aber denselben Tag da der Pastor begraben auch ihm der Pastor Lamberti die Leichenpredigt gehalten. Textus: Hiob 19,25. Und haben sich also diese beyden da sie sich im Leben nicht vertragen können, im Tode vereinigt."

Pastor Husius mag seinen Frieden vielleicht letztlich dadurch gefunden haben, als dass sein Namensvetter (möglicherweise auch Sohn ?) Johann Husius im Jahr 1712 die Nachfolge von Simon Jacobs Raß als Vogt antrat.

 

Simon Jacobs Raß und Afke Hayen im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Henricus Flesner

 

Die Flesners sind eine bekannte Pastorenfamilie aus Westfalen, welche sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Ostfriesland, zunächst in Marx und später in Weene angesiedelt hat.

Henricus Flesner in ein Sohn des ersten bekannten Flesner, einem Bader und Wundarzt in Hameln.

Er stammt vermutlich aus dem westfälischen Lübbecke und hat in Helmstedt Theologie studiert. In der Matrikel der Universität wird er im Jahr 1592 mit Datum 28. September und im Jahr 1593 mit Datum 8. Juli als "Henricus Flesnerus, Lubbeccensis" genannt. Er war in den Jahren 1593 bis 1599 Pastor in Groß-Hillingsfeld.

 

Henricus Flesner im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Christoph Heinrich Flesner

 

Christoph Heinrich Flesner war ein Sohn von Henricus Flesner und war diesem in Groß-Hillingsfeld als " Pastor adjunctus" zugeteilt.

Im Jahr 1599 wurde Christoph Heinrich Flesner als Pastor nach Wallensen bei Bodenwerder an der Weser berufen wo er jedoch im Jahr 1601 wegen Verfehlungen abgesetzt wurde. Die Art dieser sogenannten " Verfehlungen" ist jedoch unbekannt.

Um etwa 1608 wurde er dann nach Marx berufen wo er bis zum Jahr 1616 als Pastor tätig war. In Marx nannte er sich selbst nur Christoph Flesner. Es wird berichtet, dass er sich lieber Christoph als Heinrich nennen hörte. Es ist zu vermuten, dass dies mit seiner Absetzung als Pastor in Wallensen zusammenhängt.

 

Christoph Heinrich Flesner im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Gerhard Flesner

 

Gerhard Flesner war der Sohn von Christoph Heinrich Flesner. Er war in der Zeit von 1625 bis 1634 Pastor in Marx.

Im Jahr 1634 wurde er nach Weene berufen. Am 12. September 1634 wurde er von der Gemeinde angenommen und am 4. April 1635 in sein Amt eingesetzt. Er hatte das Amt des Pastors bis zu seinem Tod am 6.5.1671 inne.

Während seiner Amtszeit wurde der silberne Abendmahlskelch angeschafft. Er trägt die Umschrift " HAJO . LUBBEN . HADT .DAS . WEENER . KIRSPEL . DISEN . KELCK . IN . IHR . KIRCHEN . MACHEN . LASSEN. ANNO 1645. DEN 25 MARTIUS." Dieser Kelch wird noch heute verwendet.

Außerdem führte er im Jahr 1651 den Klingelbeutel ein. Von dem gesammelten Geld sollten nicht nur die Armen etwas erhalten, sondern auch die Kirche selbst für Instandsetzungsarbeiten am Kirchenhaus, wobei die Armen lediglich das an Festtagen gegebene Geld erhielten.

Zusätzlich wurde im Jahr 1656 ein Opferstock aus Eichenholz angefertigt und aufgestellt, welcher ebenfalls noch heute vorhanden ist. Im Jahr 1663 wurde dieser Opferstock bestohlen, woraufhin er mit einem wuchtigen Eisenverschluss versehen wurde.

Ebenfalls in die Amtszeit von Gerhard Flesner fiel die Anschaffung der großen Kirchenglocke im Jahr 1669.

Auf Verordnung der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg, welche von 1665 bis 1690 vormundschaftlich für ihren Sohn Christian Eberhart regierte, begann Gerhard Flesner im Jahr 1671, kurz vor seinem Tod, mit den ersten Aufzeichnungen im Kirchenbuch.

 

Gerhard Flesner im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Ameling Sartorius

 

Ameling Sartorius stammt vermutlich aus Hunteburg. Über seine Person ist nur sehr wenig bekannt. Er muss vor 1640 nach Ostfriesland gekommen sein, denn bis zu diesem Jahr war er als Pastor in Wiesens tätig. Von dort aus wurde er nach Aurich-Oldendorf berufen wo er bis 1660 im Amt blieb. Sein Tod wird in verschiedenen Quellen auf 1660, bzw.1661 datiert.

Aber in jedem Fall dürfte er in seiner Gemeinde sehr beliebt gewesen sein, denn seine Witwe erhielt auch noch bis weit nach Ameling Sartorius Tod eine sehr gute Versorgung durch die Gemeinde. Einer seiner Nachfolger, Pastor Henricus Poppe, beschrieb ihn als "ehrwürdigen und wohlgelahrten Herrn" sowie "trew-fleißigen Seelsorger an diesem Ort."

Sein Wahlspruch, welcher auf dem alten Altar von Aurich-Oldendorf zu lesen war, lautete: "Vita mihi Christus, mors mihi dulce lustrum."

Die verwandtschaftliche Beziehung zu Melchert Amelings Sartorius und dem Enkel Ameling Melcherts Sartorius ist nicht urkundlich nachgewiesen, aber auf Grund der äußerst seltenen Namenskombination sehr wahrscheinlich und allgemein anerkannt.

 

Ameling Sartorius im Stammbaum finden.

 

 

 

 

Johann Alberti Trauernicht

 

Mit Johann Alberti Trauernicht findet sich einer der bekannteren Pastoren aus der Geschichte Ostfrieslands in den Reihen meiner Ahnen. Er wurde um das Jahr 1617 in Wittmund geboren und hat dann für das Lehramt ein Studium in Königsberg  absolviert. Im Sommersemester des Jahres 1637 wird er in der Matrikel der Universität mit Datum 3. Juli als "Johannes Albertus Trawenicht, Frisius orientalis, iur." aufgeführt.

Von Königsberg aus zog er anschließend nach Litthauen und unterrichtete dort die Kinder des Diederich von Schlieben. Dieser war Angehöriger einer Adelsfamilie.

Im Jahr 1642 wurde er nach Empfehlung des Superintendenten als Pastor nach Logabirum berufen wo er bis 1646 im Amt blieb bevor er nach Bagband berufen wurde. Dort hatte er bis zu seinem Tod am 30. Mai 1696 das Amt des Pastors inne.

Insgesamt war er somit 54 Jahre lang als Pastor tätig.

 

Johann Alberti Trauernicht im Stammbaum finden.

 

 

 


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Letzte Aktualisierung 17.05.2012